Gedanken

der 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit?!

2. Oktober 2015

Morgen feiert Deutschland den 3. Oktober- den Tag der deutschen Einheit. Vor 25 Jahren wurde dieser Tag also zum nationalen Feiertag anerkannt. Ich komme aus Mecklenburg- Vorpommern, einem der neuen Bundesländer. Ich wurde lange nach Zeiten der DDR geboren und das einzige, was mich mit ihr verbindet sind die Geschichten meiner Eltern. Denn sie waren überzeugte DDR Bürger.


Und auch wenn man meinen sollte, dass sich die Einigkeit so langsam in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben sollte, kommt es doch immer noch vor, dass das nicht so ist. Seit einem Jahr wohne ich jetzt in Niedersachsen- im ,,Westen“.
Warum ich über dieses Thema schreibe? Weil ich damit konfrontiert bin. Ich war nie Bürger der DDR, mein Bezug zu ihr ist verschwindend gering. Zu dieser Zeit war nicht mal an mich zu denken, weil meine Eltern sich ewig später kennen lernten- also nein: ich komme nicht aus der DDR und ich komme nicht aus ,,DEM Osten“.

Diese Woche wollte unser Dozent ein Beispiel dafür anbringen, wie sehr man sich falsch verstehen kann. Er pickte sich mich aus der Klasse raus und ich sollte mir vorstellen, ich wäre in Sachsen und würde Pfannkuchen bestellen in einer Bäckerei. In den alten Bundesländern sind Pfannkuchen nicht das gleiche wie in den neuen. Dumm nur, dass er sich die einzige der Klasse ausgesucht hatte, die den Unterschied kennt, weil bin eben aus Mecklenburg Vorpommern komme. Ich ließ sein dummes Spiel auffliegen und das einzige, was ihm einfällt, ist, dass ich ja gar nicht aussehe, als käme ich von ,,da“. Sein scheiß ernst? Ich meine, wie sieht man denn aus, wenn man aus einem der neuen Bundesländer kommt? Und wenn meine Mutti das liest, wird sie das sicher Papa erzählen und schon jetzt höre ich ihn in meinem Kopf sagen: ,,Arrogante Wessis“.

Mich interessiert es nicht die Bohne, wo Menschen herkommen, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Als ich nach Braunschweig gezogen bin, hab ich nicht einen Gedanken daran verschwendet, dass man mich hier anders aufnehmen würde, immerhin ist das alles schon lange vorbei. Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema noch immer so präsent wäre und wahrscheinlich wird sich das auch nicht ändern.

Und trotzdem werde ich immer stolz zugeben, dass ich aus aus MV komme. Das einzige, dass sich für mich geändert hat? Ich spreche die Uhrzeit anders aus, weil mich hier sonst niemand versteht. Ich will ja nichts sagen, aber zuhause weiß man, was ich meine, wenn ich viertel vor sage und nicht Dreiviertel. Hier geht es anders herum nicht. Das Prinzip einer Torte ist durchaus geläufig, im Westen wohl nicht 😉

3. Oktober 1

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